Bedingungslos umarmt werden Neulinge auf den Stand-Up-Bühnen, auf denen Bradley Coopers Is This Thing On? in Teilen spielt. Leider vergisst der Film nicht nur in diesen Szenen, dass man sich die Gunst seines Publikums erarbeiten muss. Filmkritik
In rasantem Tempo erzählt Regisseurin Nancy Biniadaki, wie das vermeintlich geordnete Leben einer in Berlin lebenden Ägypterin plötzlich zusammenbricht. Maysoon ist eine eindrückliche Figurenstudie, die zwischen erfrischender Eigenwilligkeit und erzählerischer Holprigkeit schwankt. Filmkritik
Mediatheken-Tipp: Die Natur, wie ein Filmset nachgebaut. In seinem dreistündigen Film über den Zürcher Zoo richtet Romuald Karmakar den Blick auf Tiere, fürsorgliche Care Professionals und ihr teilweise blutiges Geschäft. Filmkritik
Weit sind sie herumgekommen mit ihrem langen Hals. Höflich beobachtend sammelt Lea Hartlaubs Dokumentarfilm sr in der Welt und der Kulturgeschichte Giraffen ein. Filmkritik
Wie man‘s auch beleuchtet, und welche Eleganz, Pointen, knisternde Musik und warme Farben man der sinnlosen, kalten Welt entgegensetzen mag: Es wird den existenziell orientierungslosen Gangstern in Christoph Hochhäuslers film noir Der Tod wird kommen nicht helfen. Filmkritik
US-Indie-Regisseur Richard Linklater kehrt zu den Anfängen der Nouvelle Vague zurück und erzählt von den Dreharbeiten zu Jean-Luc Godards erstem Spielfilm. Eine verspielte Hommage an die Vitalität des jungen, französischen Kinos der 60er, frei von Andacht und Museumsstaub. Filmkritik
Wie seine Titelfigur ist auch Mona Fastvolds The Testament of Ann Lee stets auf der Suche nach Entrückung und Ekstase. Das Historienepos um eine kämpferische Predigerin der Shaker-Freikirche wird so zu einem Spektakel aus Tanz und Gesang, aus körperlichem Schmerz und funkelnder Natur. Filmkritik
In Un Poeta erzählt Regisseur Simón Mesa Soto eine tragikomische Geschichte über einen Dichter, der sein Leben gründlich versemmelt hat. Nüchterner Sozialrealismus verbindet sich mit Momenten unerwarteter Schönheit – am Ende bleibt nur die Hoffnung auf ein fröhliches Gedicht. Filmkritik
Regisseurin Maggie Gyllenhaal vernäht in ihrer Frankenstein-Neuinterpretation Stile und Genres zu einem Monster von einem Film. Kohärenz sucht man vergeblich, The Bride! lebt ganz von seiner Hingabe an den eigenen Irrsinn. Filmkritik
Rastlose Bewegungen, aufgeregte Telefonate: Die Brüder Jean-Luc und Pierre Dardenne stellen in Jeunes Mères – Junge Mütter junge Frauen ins Zentrum, die vor der Aufgabe stehen, Verantwortung für ihre Kinder zu übernehmen – obwohl sie selbst noch kaum richtig erwachsen sind. Filmkritik
Hoppers – der Film ist nicht gleich Hoppers – der Trailer. Das hat Gründe, die vielleicht mit der Angst vor Abnutzung der wenigen guten Ideen des Films zu tun haben. Vielleicht schreibt hier aber auch nur ein alter, überstimulierter Filmkritiker, der sich wünscht, diesen Film noch einmal mit den Augen seiner zehnjährigen Tochter sehen zu können. Filmkritik
Bilder wie Gedankenblitze: Kristen Stewart bricht in ihrem Regiedebüt The Chronology of Water beherzt mit den Konventionen linearen Erzählens. Vieles bleibt schemenhaft in diesem Drama um sexuellen Missbrauch, Selbstzerstörung und die erlösende Kraft des Schreibens. Filmkritik
Machen Frauen die härteren Filme? Isa Willingers Dokumentarfilm No Mercy geht dieser Frage in Gesprächen mit Regisseurinnen wie Catherine Breillat, Monika Treut und Ana Lily Amirpour nach – und schafft ein vielstimmiges Mosaik, in dem Raum für Widerspruch und Kontroverse bleibt. Filmkritik
Neu auf MUBI: In No Bears steht Jafar Panahi exakt auf der Grenzlinie zwischen dem Iran und der Türkei. Ein Schritt und er wäre in Freiheit. Inzwischen sitzt er in einem Teheraner Gefängnis. Sein neuer Film erzählt zwei amüsante und packende Geschichten, in denen auch der Regisseur selbst mal wieder eine Rolle spielt. Filmkritik
Regisseur Mamoru Hosoda verwandelt die Geschichte von Shakespeares „Hamlet“ in seinem Anime Scarlet inein episches Läuterungsdrama voll expressivem Wahnsinn. In dem entfachten Sturm verschiedener Animationsstile und Realitätsebenen muss man sich die Erlösung hart erarbeiten. Filmkritik